Apollo, Roman
Bruce Benderson
aus dem Amerikanischen von Johannes Fischer,
ca. 240 Seiten, Erscheinungstermin Herbst 96,
ISBN 3-929010-43-7
Benderson nimmt den Leser auf eine Reise in die Schattenwelt des von
Strichern, Transvestiten und Junkies bevölkerten Times Square. Der
Roman beschreibt den Überlebenskampf des Crackabhängigen Strichers
Apollo, der nach einem fast tödlichen Streit durch das nächtliche
New York driftet, auf der Flucht vor einem zwielichtigen Cop. Zeitweilig
findet er Zuflucht bei einem HIV-positiven Freier, der ihn von seiner Sucht
zu kurieren versucht, doch Apollos waidwunder Seele ist nicht mehr zu helfen.
Bruce Benderson stammt aus der Literaturszene der New Yorker Lower East
Side. Seine ersten Texte und Stories veröffentlichte er in Magazinen
wie »Between C & D«, »The Portable Lower East Side«
und »Semiotext(e)«. Zusammen mit Monika Treut schrieb er das Drehbuch
für deren Film »My father is coming«.
In seinem zweiten Roman, dem der Storyband »Pretending to Say No«
vorangeging, entwirft er ein Porträt der Schattenwelt der Marginalisierten.
Selbst ein Grenzgänger zwischen solider Ostküsten-Bürgerlichkeit
und dem Unterbauch der Millionenmetropole, erzählt Benderson seine
Geschichte ohne mitleidheischendes Pathos. Das Flirren bürgerlicher
Glücksversprechungen in Apollos rausch- und turkeyüberreiztem
Kopf, die Überlebensinstinkte der Straße und das von ökonomischer
Ausbeutung überformte sexuelle Begehren verbinden sich zu einer Collage
von Wahrnehmungsfetzen, die sich herkömmlichen Sinnzuschreibungen entziehen.
Benderson hat sich in eine unzugängliche Welt gewagt, ohne den Vorsatz
sie erklären zu wollen.
Pressestimmen zu Benderson:
- Publishers Weekly
"Bendersons vielschichtige und bewegliche Prosa erweckt einen dissonanten
Chor von Charakteren zum Leben."
- Kikrus Reviews
"Das Ergebnis ist ein Buch, in dem das Universum eines Hubert Selby
Jr. nachhallt, wie auch die wildwuchernde Sexualität eines John Rechy.
Benderson besitzt ein enormes Talent und ein sicheres Gespür für
das New Yorker Nachtleben. Die Frage ist nur, wieviel davon der Leser verkraftet."
- Los Angeles Times
"Dieser Mann ist ein erstaunlicher Autor. Benderson versammelt das
Innenleben seiner Protagonisten, ihre Konflikte untereinander und ihr Verhältnis
zur Welt und schaft eine brutale, überbordende Collage. Seine Figuren
werden so verständlich, so lebendig, daß es keine Rolle mehr
spielt ob ihr Handeln Sympathie weckt, oder im Denken der Main-Stream Gesellschaft
einen Sinn gibt."
- The Advocate
"Benderson beherrscht sein Gewerbe. Seine scharfkantige Straßenpoesie
zieht den Leser in ihren finsteren Bann. Bendersons Brillanz liegt in seiner
Fähigkeit uns diese Welt ohne falsche Entschuldigungen vorzustellen,
er läßt die Codes und Riten dieser Unterwelt für sich selbst
sprechen. (Das Buch) bringt die soziale Ordnung zum Entgleisen, es kriecht
mit einer brennenden Wut in unsere Seelen, die beängstigend ist."
- Manuel Puig (Autor von »Der Kuß der Spinnenfrau«)
"Bruce Benderson verwandelt die Kloaken des Times Square in einen Jungbrunnen
für die faltig gewordene Gegenwartsliteratur. Dieser neue Dichter der
Unterwelten versteht es trefflich das ewige Ringen von Selbstzerstörung
und Überlebenswillen zu offenbaren."
- Hubert Selby Jr. (Autor von »Letzte Ausfahrt Brooklyn«)
"Von Bendersons Geschichten geht eine befremdende Faszination aus,
ähnlich der hypnotischen Wirkung eines Schlangenblicks oder eines Feuers
- man weiß nie, ob sie nicht plötzlich mit tödlicher Gewalt
explodieren.
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